Lwaggulwe ist eine von 52 Gemeinden in der Diözese Masaka und wurde im Jahr 1943 gegründet. Es liegt in einer typischen ländlichen Umgebung, am Westufer des Viktoriasees. Lwaggulwe hat etwa 20.000 Einwohnern, von denen, fast 50% am Ufer des Viktoriasees leben. Die meisten von ihnen betreiben Fischfang mit primitiven Methoden, während der andere Teil in Subsistenzwirtschaft, und im begrenztem Umfang, als Hirten leben.

Das Zentrum der Gemeinde liegt auf bzw. an einem Hügel. Dort befinden sich Kirche, Pfarr- und Gemeindehaus mit Gästehaus, Schülerunterkunft und Küche. In unmittelbarer Nähe liegt ein Schwesternkonvent und zwei Schulen mit mehr als 1300 Schülern.

Durch die fehlende Infrastruktur sind die Menschen auf dem Land nicht nur in ihrer aktuellen Lebensgestaltung benachteiligt. Sie werden geradezu 'abgehängt' durch die Geschwindigkeit der technologischen Entwicklung in den Städten. Internet und Smartphone werden in den Städten ähnlich genutzt wie bei uns in Europa. Menschen auf dem Land haben kein Internet und müssen, um ihr Smartphone zu laden, mehr als 20 km fahren. Der Zugang zu elektrischer Energie ist der erste Schritt, um diesen Menschen eine Chancengleichheit zu ermöglichen.

Um dem Gemeindezentrum aber vor allem auch den Schulen die Möglichkeit zu geben, den technologischen Wandel, der sich nur 25 km weiter abspielt, mitzugehen, haben wir 2015 auf dem 'Kirchenhügel' ein autonomes Stromnetz aufgebaut. Außerdem haben wir im Gemeindehaus das Internet verfügbar gemacht.

Außerdem wurde eine Solarthermische Anlage auf dem Dach des Pfarr-Gemeindehaus installiert. Entsprechende Warmwasserinstallationen zur Versorgung von Waschgelegenheiten, Duschen, Speisesaal und Küche wurden ebenfalls durchgeführt. Ebenso die Warmwasserversorgung des neuen Gästehauses/Schülerunterkunft.

Das Solar-Projekt wurde unterstützt von:

  • Diözese Rottenburg/Stuttgart, Hauptabteilung Weltkirche

  • SES (Senior Experten Service)

  • „Aktion Hoffnung“, Diözese Rottenburg/Stuttgart

  • Katholische Kirche in Stuttgart

  • Mariä-Himmelfahrt Degerloch

  • Gemeinde Lwaggulwe,  Masaka Diocese, Uganda

  • Caritas-MADDO-Uganda (Masaka Diocesan Development Organization)

Das Projekt

Im Herbst 2014 wurde mit der Planung begonnen. Zunächst wurde der Energiebedarf ermittelt, um die Anlagengröße zu bestimmen. Außerdem wurde ein 'Workshop' vorbereitet, um lokale Techniker und Elektriker iin Planung, Aufbau und Wartung von Soiaranlagen zu schulen.

Durch die Größe der Anlage und Installationen wurde das Projekt in zwei Stufen unterteilt:

1. Stufe
Energieversorgung von Kirche, Pfarr- Gemeindehaus, Gästehaus/Schülerunterkunft

2. Stufe
Energieversorgung von Schwesternkonvent und den beiden Schulen.

Im Mai 2015 wurde die Stufe 1 realisiert und der Workshop durchgeführt.

Es wurde ein Symposium organisiert, um über die Energiesituation Im Bezirk Masaka und Uganda informiert zu werden, um die Ausbildung in Solartechnik und weitere Projekte besser planen zu können.
Eingeladen und teilgenommen haben:

  • MADDO (Masaka Diocese Development organisation)
  • UMEME Masaka - Energieversorger
  • CWM (Catholic workers movement)
    - Direktor des Berufschulzentrums Butende
    - Sozialarbeiter in der Jugendarbeit
  • GIZ
  • Vertreter der Deutschen Botschaft in Kampala
  • Projektleiter 'Solar' Herr George Nkonge
  • SES (Senior Expert Service Bonn)

Im September 2017 wurde die Stufe 2 realisiert und der Schwesternkonvent und die beiden Schulen in das autonome Stromnetz aufgenommen bzw. mit elektrischer Energie versorgt.

Die Technik:

"PV-System" mit folgenden Kenndaten:

PV Generator: 48 polykristaline Solarpanels Suntech Power STP135D-12/TEA , total 6,4 kWp
Batterien: 16 Gelt-Type FirstPower 12 V/200 Ah, total 3200 Ah

2 SMA-Inverter  Type: SB 3000 TL-21
1 SMA-Inverter  Type: Sunny Island 8.0 H -11
1 SMA-Control unit Type: SRC-20 for SI 6.0H/8.0H
1 SMA Sunny WebBox Type: RS 485

Solarthermische Anlage:

Thermo Siphon 100 Liter
Solar-Wasserpumpe M280-N 24V DC/!20 W 45l/min