Solar - Energie

Was bisher geschah ...

Im Jahr 2009, auf unserer zweiten Projektreise, entstand die Idee, die Äquatorsonne zu nutzen, um den Menschen nachhaltig Energie zukommen zu lassen. Wir setzten uns mit unseren Projektpartnern in Verbindung, die diese Idee dankbar aufnahmen. Unser erstes Solarprojekt war geboren.

In der darauf folgenden Projektvorbereitung wurde ein lokaler Projektleiter bestimmt, der die Projektorganisation vor Ort übernehmen sollte. Herr George Nkonge, der im Mother House die Korrespondenz mit den deutschen Projektpartnern unterstützt, war zu Besuch in Deutschland und hat diese Aufgabe übernommen.

Da die Komponenten für eine Solaranlage hohe Anschaffungskosten haben, wurden die Solarprojekte in Kooperation mit der Abteilung Weltkirche der Diözese Rottenburg-Stuttgart durchgeführt. Die Projektausführung erfolgte durch lokale Partner und Firmen. Die Geräte und Bauteile werden, bis auf Spezialkompo­nenten, vor Ort eingekauft. Begonnen hatte es 2011 mit einer PV-Anlage auf einem Waisen-Internat, dem Transitory Home. In einen Workshop wurden 8 Techniker in dieser Technologie geschult. Das Folgeprojekt, ein Berufschulinternat, konnte schon ohne unsere Unter­stützung ausgeführt werden. Die Anlage: Transitory Home + Berufschulinternat: 24 Panels a 120 Wp, 12 AGM Batterien a 12V/200Ah und die Installation der kompletten Innen- und Außenbeleuchtung mit Energiesparlampen.

Unsere Partnergemeinde Lwaggulwe liegt auf dem Land. Wie das Trinkwasser (Brunnen), so ist auch Strom auf dem Land oft nicht verfügbar. Daher haben wir dort 2015 ein autonomes Strom­netz gebaut. Versorgt werden das Pfarr- und Gemeindehaus, die Kirche, das gleichzeitig entstandene Gästehaus und Schülerunterkunft, zwei Schulen und ein Schwestern­konvent. Auch in diesem Projekt haben wir einen Workshop veranstaltet. Außerdem liefert nun eine thermische Solaranlage Warm­wasser für das Pfarr-und Gemeinde­haus.

Unsere Anlage im Internet:
Erstmals mit der Installation dieser Solaranlage wurde eine externe Überwachung eingeführt. Mit Hilfe einer Spezialantenne (schwaches Signal) und einem für diesen Zweck angepassten Internet-Router, wurde über das vorhandene Mobilfunknetz eine Internetverbindung aufgebaut. Darüber können die Anlagendaten eingesehen werden. Sie stehen sowohl den Technikern und Projektleiter in Uganda zur Verfügung als auch uns in Deutschland, um die Anlage zu warten:
Lwaggulwe Energy and Power

Erneuerbare Energieen und Internet für das Weiterbildungszentrum Kitamba/Uganda

Im Jahr 2014 hat der Verein „Our children and our future“ (OCAOF) mit dem Bau des „KITAMBA EDUCATION CENTRE“ begonnen. Das Zentrum liegt auf dem Land. Es ist eine Bildungseinrichtung im Auf­bau für Mechaniker, Schlosser/ Installateure, Schreiner/ Zim­mer­­­leute, Maurer, Elektriker, Kochen, Backen, Nähen/ Textilbearbeitung, Friseurhandwerk, Land- und Viehwirtschaft, Schulung am PC, kauf­män­nische Ausbildung und mit einer Secondary School.
Die Zielgruppe sind junge Menschen mit unterschiedlichen Vorkenntnissen und Qualifikationen. Die Bewohner der ländlichen Region sind mehrheitlich Kleinbauern. Die Familien leben überwie­gend von den Früchten und Erträgen ihrer kleinen Felder. Das verfügbare Einkommen liegt oft unter der von der Weltbank definierten Armutsgrenze von 1,9 $ pro Tag. Das Gebiet ist überdurch­schnittlich stark von HIV/Aids betroffen mit der Folge vieler Waisen.

Problem

Die elektrische Energieversorgung ist in Uganda auf die größeren Städte beschränkt. In Kitamba gibt es daher kein öffentliches Stromnetz und keinen Zugang zum Internet.

Das Wissen über die Technologien zur Erzeugung von Strom aus regenerativen Quellen ist nur eingeschränkt vorhanden. Neben dem Mangel von Strom führt das Fehlen eines Internetzugangs zu einem immer größeren Chancendefizit für die Landbevölkerung.

Ziel

Eine Bildungseinrichtung, die durch Bereitstellung von elektrischer Energie und Internet, ein den Städten angeglichenes Bildungsniveau bietet. Außerdem ein ‚Kompetenzzentrum Energie‘, welches Seminare und Ausbildungsgänge zur Erzeugung und Bereitstellung von erneuerbarer Energie anbietet.

Lösung

Es soll ein 3-phasiges Insel-Stromnetz realisiert werden, welches die vorhan­denen Gebäude mit Strom versorgt. Das Netz wird stufenweise, mit dem Zentrum, wachsen. Mit der ersten Stufe wird ein 1-phasiges Netz gebaut, welches über Photovoltaik, mit einem Biodiesel-Generator als back-up, versorgt wird. Die Energiepflanze Jatropha wurde dazu bereits ange­pflanzt. Diese Stufe bildet den ersten Baustein des ‚Kompetenzzentrum Energie‘. Mit Hilfe eines mobilfunk­fähigen Routers und einer Spezialantenne erfolgt der Anschluss an das Internet, welches auch zur Überwachung der Anlage genutzt wird.

Die Kooperation mit weiteren Bildungszentren ist geplant, um den Solateur, eine Zusatzausbildung zum Elektriker, einzuführen. Dazu sollen „Train the Trainer“-Kurse durchgeführt und der Bau der Anlage zur Ausbildung genutzt werden.

Projektstufen-Plan

Stufe 1: 1-phasiger Netz-Ausbau Juni 2018     - Dezember 2018
Stufe 2: 3-phasiger Netz-Ausbau Januar 2019 - Juni 2019
Stufe 3 + …: Erweiterung mit dem Schulausbau November 2019 …

Finanziert durch Vorträge und Sponsoren, die uns in der Vergangenheit bereits mit größeren Beträgen unterstützt haben und dem Verein OCAOF.

Zusammenfassung

Dieses Schulzentrum stellt einen wichtigen Baustein in der Entwicklung des Landes dar. In Uganda, wo über 80% der Menschen auf dem Land leben, hat dieses Zentrum eine Schlüssel­funktion. Es gibt den jungen Menschen die Möglichkeit, dort wo sie leben auch zu lernen und wirkt somit der Urbanisierung entgegen. Energie und Internet sorgen einerseits für eine qualifizierte Ausbildung, andererseits werden damit Anreize für Firmen geboten, auch in ländlichen Regionen zu investieren.

Zudem dient die Ausbildung bzw. Schulung von Handwerkern und Lehrern, zum Aufbau und Betrieb von Solaranlagen, der Reduzierung von Gesundheits-risiken bei der Verwendung von Petroleum und dem Raubbau an Feuerholz.