BERICHT VOM 23.12.2013

Bwesa

Sei es der muslimische oder der christliche Glaube, Religion spielt im Leben fast aller Ugander eine essentielle Rolle. Ebenso wichtig ist das "Digging", das hier nicht im englischen Sinne der Wortes verwendet wird, sondern allgemein alles beschreibt, was mit Garten- und Feldarbeit zu tun hat. Da die meisten Ugander zumindest zum Teil Selbstversorger sind, gehört das Digging für ie zum Alltag. Beides konnte ich Ende November eine Woche erleben. Alisa und ich verließen die verhältnismäßig städtische Gegend um Masaka herum und fuhren mit Father Robert, bei dem wir für die Zeit wohnten, "deep, deep in the village". Dabei kamen wir in den Genuss der ugandischen "Diskostreets" vom Feinsten und drangen immer tiefer in eine Welt ein, die von allem abgeschieden war, eine Welt, in der man zugleich das Gefühl von Unendlichkeit und von Begrenztheit verspürte. Eine Idylle, in der ein Unbeteiligter meint, in einer vollkommen heilen, harmonischen Welt gelandet zu sein.

Für Alisa und mich war es eine Woche leben wie ein Father. In der Diozöse Masaka gibt es über 200 Pfarrer in zahlreichen Parishs (Gemeinden). Bwesa ist ein relativ neues Parish, das entstand, als von einem sehr großen vor zwei Jahren ein Teil abgetrennt wurde, um die Menschen auf dem Land gezielter erreichen zu können. Leben wie ein Father – täglich also 2-5 Messen. Gut, ganz zu allen sind wir dann doch nicht mitgegangen, für uns lag der Schnitt mehr bei 1-4 am Tag. Und wir hatten die gesamte Palette, alles was es so an unterschiedlichen Anlässen gibt: Taufe, Erstkommunion, Schulabschluss, Introduction, Hochzeit, Beerdigung, Totengedenkmesse (November ist der Monat in Uganda, in dem jede Familie, jedes Dorf der Verstorbenen gedenkt), Messe, bei der die Rollen und Aufgaben von Verstorbenen auf die Angehörigen übertragen werden, Sonntagsmesse. Das klingt viel, auch ich hätte mir nie träumen lassen, dass es so schön sein kann. Das lag vermutlich einfach daran, wie die Messen abliefen, wie wir überall empfangen wurden, daran, wie liebevoll die Stätten für den Gottesdients hergerichtet waren. Ich sage Stätten, weil nur zwei Messen (am Sonntag und die Hochzeit) in einer richtigen Kirche stattfanden, die angenehmerweise direkt neben Roberts Haus steht. Alle anderen Messen fanden bei Privatleuten statt – entweder in einem Raum der einfach Lehm- oder Backsteinhäuser oder draußen. Dann waren z.B. über Bananenstämmen Planen aufgespannt, die mit Blumen dekoriert wurden, der Boden wurde mit Gras oder Stroh ausgelegt, die Menschen saßen auf dem Boden oder einfachen Holzbänken, als Altar diente ein kleines Holztischchen. In oft kleiner, vertraulicher Runde sangen und beteten die Menschen miteinander.

Ein Village-Father verdient, wie Robert uns erklärte, nicht direkt Geld. Natürlich steht im Geld zu Verfügung, denn auch er braucht ja Dinge wie Klamotten, Benzin (und davon nicht zu knapp, denn er ist auf sein Auto angewiesen), ein Haus. Aber Nahrung braucht er so gut wie gar nicht kaufen. Denn die Menschen, für die er die Gottesdienste veranstaltet, beschenken ihn immer reichlich mit Nahrungsmitteln. Wenn wir bei den Messen dabei waren, hatten wir den Eindruck, er bekäme noch mehr, besser gesagt wir, wie Robert betonte. So bekamen wir gleich am ersten Tag eine Ziege geschenkt (dazu eine riesen Staude Matooke, die längsten Zuckerrohr Stangen, die ich je gesehen habe, Bohnen, Eier, Orangen, Tomaten und Jackfruit). Nun mussten wir aber noch nach Hause fahren und so wurde die Ziege kurzerhand in den Kofferraum verfrachtet, wo sie genüsslich an den Bananenblättern knabberte, in die alles eingepackt war. Als wir ein Foto von dieser seltenen Fracht machen wollten, drehten die umstehenden Männer die Ziege im Kofferraum nochmals herum, damit wie auch schön den Kopf mit draufbekamen.

Normalerweise genießen die ugandischen Fathers einen ziemlich hohen Lebensstandard, was vor allem in der Wohnsituation zum Ausdruck kommt. In Bwesa gibt es allerdings noch kein "richtiges" Pfarrhaus, so dass wir einmal erleben konnten wie es ist, ohne fließend Wasser in einem ganz einfachen ugandischen Häuschen zu leben. Im Haus war unser Zimmer, das von Robert, das von Henry (dem Seminary), Wohnzimmer, Esszimmer, Büro, Waschraum. Mit den Haus der Angestellten, der überdachten Kochstelle und dem Toilettenhäuschen stand es um einen Hof herum und mitten in der Landschaft drin. Alles war äußerst einfach gehalten und vielleicht lag es gerade daran, dass wir uns richtig schnell wohl hier fühlten, wir fühlten uns zuhause. Zum Duschen bekamen wir eine Plastikwaschschüssel, Seife und zwei Wasserkanister. Einer mit kaltem, einer mit warmem Wasser. Und so duschte ich zwar zum ersten Mal ohne fließend, dafür erstmals seit dreieinhalb Monaten mit warmem Wasser! Wie schnell man sich an solche Dinge gewöhnen kann merkte ich, als wir nach etwa drei Tagen eine Schule in einem anderen Parish besuchten, in der es eine richtige Toilette gab. Froh war ich allerdings darüber, dass wir unser Wasser zum Waschen und Kochen aus dem Wassertank der angrenzenden Primary School bezogen und nicht von dem Wasserloch für die Menschen aus dem Dorf. Denn das ist wirklich schmutzig und laut Roberts Aussage können viele es noch nicht mal abkochen.

Queen Elisabeth National Park

Etwa vier Stunden von hier entfernt liegt der Queen Elisabeth National Park. Gemeinsam mit fünf anderen Deutschen machte ich Anfang Dezember einen Auflug dorthin, was total beeindruckend war. Schon auf dem Weg von Mbarara weiter in den Westen sahen wir Teeplantagen, die einzigen Weinreben Ugandas und am dunstigen Horizont das Rwenzori Gebirge. Die Straße zu unserem Guesthouse im Park teilten wir Weltwärts Teil 2 archiv.drs.de/index.php 11:24:43] uns mit ein paar einzelnen Elephanten und einer Pavianfamilie. Noch am selben Nachmittag machten wir eine Bootstour auf dem natürlichen Kasinga Channel bis zu dessen Mündung in den Lake Edward. Überall am Ufer badeten Hippos und Büffel, etliche Arten Vögel waren zu beobachten und zwei Krokodile lagen mit offenem Maul auf einem Kiesstrand. Am nächsten Morgen brachen wir noch vor Sonnenaufgang zu unserer Safari mit Jafari (dem Fahrer) auf. Zum ersten Mal hatte ich das Gefühl, durch eine wirklch typisch afrikanische Landschaft zu fahren – sie war savannenartig, aber doch recht fruchtbar. Mitten darin aus der Ferne Elephanten, die trotz der Distanz riesig wirkten, entliche Antilopen, ein paar schlammbadende Hippos, Pumbas, unzählige Vögel. Mit einem Mal drehte Jafri – ich fiel fast um, da ich auf dem Sitz stand und oben aus der Luke herausguckte – und fuhr plötzlich in eine ganz andere Richtung auf einen schmalen Weg. Dort stand ein anderes Auto – und dahinter spazierte ein junger Löwe über den Weg! Noch ehe wir all das ganz realisierten, war er im Gebüsch verschwunden. Jafari aber sah ihm gar nicht hinterher, sondern beobachtete die Antilopen. Denn die blickten alle starr stehend in eine Richtung. Sobald das andere Auto weitergefahren war, nahmen wir Fahrt auf – mitten durch das hohe Gras rasten wir genau auf einen alten weiblichen, in der Sonne auf einem sandigen Fleckchen relaxenden Löwen zu! Diese zuckte nicht mit der Wimper, sondern beobachtete und nur wohlwollend, ganz erhaben, wie wir ganz aufgeregt Fotos schossen und unsere Münder nicht mehr zubekamen. Was für ein beeindruckendes Erlebnis! Der Rest der Safari konnte das natürlich nicht mehr toppen, dafür fuhren wir auf dem Rückweg aus dem Park raus ganz dicht an grasenden und trinkenden Elephantenfamilien und suhlenden Büffeln vorbei. Und als wir um eine Kurve bogen, musste Jafari scharf abbremsen, denn direkt vor uns auf dem Weg standen zwei schlammig-nasse Hippos! Zum Glück entschlossen sie sich dafür, ins Gebüsch davon und uns unseres Weges ziehen zu lassen.

Weihnachtsbacken und -basteln

Als Alisa und Rebecca am dritten Advent zu einem Trip in den Murchison Falls National Park aufbrachen, starteten Eva und ich hier in Transi unser Weihnachtsprogramm. Mit Weihnachtsliedern, Schneeblumen basteln, Adventskranz und Backen gelang es uns tatsächlich, bei 40°C zuviel Weihnachtsstimmung heraufzuzaubern. Gemeinsam mit den Mädels, die die Ferien über hier bleiben, und Marc, dem 8-jährigen Enkel von Elisabeth, backten wir an zwei Tagen Ausstecher, Edrnussmakronen, Christmas-flavoured Pancakes und Stollen (mit Bittermandelöl, das Evas Mutter geschickt hatte). Oft mussten wir improvisieren, statt Mandeln nutzen wir gemahlene Erdnüsse, Puderzucker stampften wir uns selber, statt Ausstechformen bastelten wir Schablonen und wegen Stormausfall nutzen wir den Feuerofen. Uns allen machte es riesig Spaß – vor allem, als es hinterher ans Essen ging!

Local Brew

Noch bevor wir letzten Dienstag mittags nach Kampala aufbrachen, brauten wir Bier. Imelda, die Direktorin des Transis, hatte das für uns organisiert, denn Bierbrauen (und trinken) hat hier in Uganda Trandition und gehört für viele Dorfbewohner zum Alltag. So trafen wir uns morgens recht früh mit zwei im Brauen erfahrenen Männern, Imelda, Grace, Elisabeth und George-William (dem Koch, den die Mädels aber nur Daddy nennen) in der Bananenplantage. Bestimmt eine Stunde lang schälten wir entliche Bananen drei verschiedener Sorten, die zuvor eine Woche lang ein einer Erdmulde gelagert worden waren. Dann kam schon der Part, der am meisten Spaß machte: Uns an Seilen aus Bananafibre festhaltend, stampften wir barfuß in den mit Gras vermischten Bananen herum, bis der Saft austrat. Die Bananen- Gras-Pampe als Filter nutzend, schöfpten wir den extrem süßen aber leckeren Saft ab. In einer Tonne vermischten wir ihn mit den Armen mit Wasser und Sogam-Pulver. Das Sogam (eine Art Getreide, keine Ahnung, wie das auf Deutsch heißt) hatten wir schon tags zuvor mit einem Mahlstein gemahlen. Jetzt musste das Ganze noch zwei, drei Tage Gären, an einem dunklen Ort und eingehüllt in die Bananen-Gras- Mischung, die während dieses Prozesses Hitze entwickelt.

Reise durch den Norden und den Osten

In den Tagen vor Weihnachten machten wir, Eva, Alisa, Rebecca und ich, uns noch auf auf eine kleine Rundreise durch Nord- und Ostuganda. Bei wem jetzt bei der Bemerkung Norduganda schon die Alarmglocken schrillen, den kann ich beruhigen: ja, bis vor nicht allzuvielen Jahren herrschte dort noch Bürgerkrieg, Kony trieb sein Unwesen und die Menschen lebten in ständiger Unsicherheit. Aber davon ist heute auf den ersten Blick so gut wie nichts mehr zu sehen, nur das "Monument for the abused children" weist auf die Schrecken des Krieges und der Kindersoldaten hin, außerdem liegt Gulu nicht mal ganz im Norden und ist auch wirklich ziemlich unproblematisch, sicher, geordnet und fröhlich. Nach einer Übernachtung in Kampala starteten wir also am Mittwoch früh morgens los nach Gulu. Es ging, mit nur einer halben Stunde Verspätung, um 7 Uhr los mit dem Postbus. Da wir schon ziemlich früh da gewesen waren, hatten wir Glück, die Rückbank fast ganz für uns zu haben. Allerdings kamen wir noch in Kampala, wo wir eine Abkürzung nahmen, in den Genuss einer wirklich achterbahnartigen Fahrt – die Bank war nicht richtig befestigt, sondern rutschte bei jedem Schlagloch, jedem Hubbel, jedem Überholmanöver nach links und rechts hin und her. Glücklicherweise war die Straße bis etwa 100km vor Gulu recht gut ausgebaut, so dass wir in Ruhe die an uns vorbeiziehende Landschaft und unsere Weihnachtsplätzchen genießen konnten!

In Gulu wurden wir von Charles und Consolate in Empfang genommen, zwei Freunde von Ben, die sich total rührend um uns kümmerten. Nur leider war der Bus ein bisschen später angekommen, als wir erwartet hatten, und so wurde es, nachdem wir unser Hotel bezogen hatten, zu spät, um noch zu der Festung rauszufahren, die wir gerne noch gesehen hätten. Dafür bekamen wir einen Anruf von David und Nasser. David ist "Half-Mzungu" – seine Mutter ist aus Holland, sein Vater Ugander – und Nasser ein Freund von ihm, wir hatten sie tags zuvor in Kampala zufällig kennengelernt. Sie warteten dort auf eine Hochzeit, die aber erst am Samstag (heute war Mittwoch) stattfinden sollte. Jetzt teilten sie uns mit, unsere Reisepläne hätten sie inspiriert und sie waren uns nach Gulu gefolgt. Bis wir uns mit ihnen trafen, nahmen Charles und Consolate uns auf eine Christmas Carrols Veranstaltung mit. Als der Chor "Stille Nacht" auf Acholi (der Sprache, die die Menschen dort sprechen, ganz anders als Luganda und eine von 50-60 Sprachen hier in Uganda) sangen, kamen heimisch-glückliche Gefühle in uns auf. Mit David und Nasser machten wir uns danach auf Stadterkundungstour; sie hatten irgendjemanden engagiert, der uns herumführte. Gulu ist ein nettes Städtchen, bei diesem ersten Eindruck viel entspannter als Masaka, aber eben auch sehr überschaubar.

Ganz unvermittelt fragte David uns danach, ob wir es in Ordnung fänden, wenn sie auch unsere weitere Reise mitmachten, da sie unsere Pläne reizvoll fänden. Natürlich überlegten wir nicht lange – für uns war das ein ziemlich gutes Angebot, denn sie waren ja mit eigenem Auto unterwegs und außerdem eine super nette, lustige Gesellschaft! Also starteten wir am nächsten Morgen bei Sonnenaufgang zu sechst (wir vier hinten, ich leider mit einer Nasennebenhöhlenentzündung, die ich mir über Nacht zugezogen hatte) los nach Südostuganda. Für alle, die in Uganda nur mit mit Schlaglöchern und Stolpersteinen gespickten Straßen rechnen würden, hier eine kleine Klischeekorrektur: Kurz hinter Gulu bogen wir auf eine sehr gute Straße ein, die bis Soroti, obwohl einspurig und von Fußgängern gesäumt, einen ziemlich autobahnähnlichen Fahrstil erlaubte. Wie schon am Tag zuvor genossen wir die ständig wechselnden Landschaftsbilder, die sich uns durch die Fenster boten: flache Savanne, Sumpflandschaft mit Seerosen und Papyrus, dichte Buschwälder, in denen man ab und zu ein Äffchen erblicken konnte, Sonnenblumenfelder, Bambus, Baumwolle, viel Mais und Sogam. Zwischen all dem sah man häufig ein Stroh- und Reisiggedecktes, rundes Dach herausblicken. Entdeckt man in Masaka nur selten mal eine der so klischeehaften afrikanischen Rundhäuschen, stellen sie hier oft den Alltag der Menschen dar. Zwar befinden sich die Shops an der Straße auch hier in den typischen, schrägen Backsteinhäusern, aber dahinter stehen über all kleine, runde Häuser, die oft sehr hübsch mit Naturfarben bemalt sind.

Wir passierten Lira und Soroti. Hinter Soroti wurde der Aspahlt der Straße allmählich von der roten Erde verschlungen, an den Rändern brach er sogar schon weg, so dass streckenweise nur ein schmaler asphaltierter Streifen übrig war, und die Autos zu beiden Seiten in Schräglage fuhren. Je weiter wir uns Kumi näherten, umso öfter sah man kleine oder große Felsformationen aus der ansonsten flachen Landschaft herausragen. In Kumi fragten wir uns nach Nyero durch – denn hier befinden sich die ca. 1000 Jahre alten Rock Painings, die besterhaltenen Ostafrikas. Zwar waren sie nicht besonders spaktakulär, dafür in ihrer Einfachheit und der beeindruckenden Umgebung auf eindrucksvolle Weise schön.

Am Spätnachmittag dann erreichten wir Sipi, ein kleines Städtchen in den Bergen um den Mount Elgon herum, unweit der Grenze zu Kenia. Total erschöpft von der langen Fahrt und den vielen Eindrücken bezogen wir unsere Unterkunft für die nächsten zwei Nächte. "Crows Nest" besteht aus mehreren Hütten an einem recht steilen Hang, es sieht von weitem eher wie eine Favela aus, hat von Nahem aber einen äußerst sympathischen, angenehmen Charme. Wir hatten ein uriges Häuschen mit zwei Zimmern und Verada, von deraus man einen traumhaften Blick auf die Sipi Falls hatte. David und Nasser, die eigentlich an diesem Tag noch nach Kampala zurückfahren wollten, hatten sich spontan umentschieden, auch hier zu übernachten und uns gleich den nächsten Tag geplant.

Am Freitagvormittag nahm Juma, unser 20-jähriger Guide, uns mit zu den Sipi Falls. Das sind drei Wasserfälle, in deren Nähe die Natur unglaublich grün und fruchtbar, die Luft ganz feucht und angenehm kühl ist. Es war eine wunderschöne Wanderung mit einigen Klettereinlagen, bei der wir bis unter die Fälle gelangten, wir sahen Eukalyptus, Aloe Vera, Bananendschungel und sogar Himbeeren (wir waren ganz aus dem Häuschen, hier ein kleines Himbeersträuchlein zu entdecken!), amüsierten uns mit einem Chameleon, das über unsere Arme lief, genossen das Laufen und die Ausblicke.

Nachdem wir uns über Mittag ein wenig ausgeruht hatten, nahm Juma uns noch eine eine richtig interessante Kaffetour mit. Im Garten seines Bruders erklärte er uns viel über Kaffeeanbau, die Pflanze an sich und die ugandische Kaffeewirtschaft. Es gibt hier zwei Arten von Kaffe: den Arabica in den Bergen und den Rusticana (oder ähnlich) im Zentrum und Süden Ugandas (also auch in Masaka). Von dortaus gingen wir zum Haus von Jumas Familie – und wurden dort erstmal von der gesamten männlichen Verwandtschaft in Beschlag genommen. Denn soeben war ein Schwung selbstgebrauten Millet-Biers (Hirse und Hefe) fertig und alle versammelten sich in einer seitlich halboffenen, runden Hütte. In der Mitte stand nun also ein randvoller Eimer, darum herum saßen wir alle auf Holzstühlen, in der Hand ein langes, pflanzliches Trinkrohr, dessen anderes Ende in der dicken, braun-gelben Flüssigkeit steckte. Uns schmeckte es zwar nicht besonders gut, dieses Bier, aber die Runde der fröhlich plaudernden, kartenspielenden Männern verbreitete doch eine sehr nette, entspannte Stimmung. Nach ein paar Schlückchen kehrten wir aber zu unserem ursprünglichen Programm, dem Kaffee, zurück. Denn jetzt ging es ans Schälen, Rösten und Mahlen der getrockneten Kaffebohnen. Ziemlich aufwändig, aber lohnenswert, denn am Ende bekamen eine heiße Tasse unseres sebstgemachten, leckeren Kaffes zu probieren!

Als wir am Abend in Crows Nest zurückkehrten, saßen da zu unserer Überraschung David und Nasser. Sie hatten sich am Morgen auf den Weg nach Kampala gemacht, dann aber ein schlechtes Gewissen bekommen, uns alleine so mitten im Nichts sitzen zu lassen (außerdem schien David nicht besonders dringend zu der Hochzeit zu wollen) und waren umgekehrt. So brachen wir also auch am nächsten Tag gemeinsam auf. Kurz nachdem wir Mbale hinter uns gelassen hatten und mit hoher Geschwindigkeit über die gerade, gute Straße fuhren, bremste David plötzlich scharf ab und fuhr links ran (in Uganda herrscht Linksverkehr): Reifenpanne. So saßen wir Mädels die nächste halbe Stunde im Schatten eines Buschs, in dem ein paar Ziegen grasten, und beobachteten, wie David und Nasser zusammen mit allen möglichen Leuten, die vorbeikamen, den Reifen auswechselten, wofür sie allerdings erstmal mit dem Boda ins nächste Dorf fahren und einen passenden Schraubenzieher besorgen mussten.

Trotz Ersaitzreifen erreichten wir Jinja gegen Mittag. Dort verabschiedeten wir uns von den beiden, nur um wenig später erneut einen Anruf zu bekommen, dass kurz hinter Jinja auch der zweite Vorderreifen geplatz war und die beiden nun anderweitig nach Kampala reisen würden (die Hochzeit hatten sie inzwischen quasi ganz verpasst). In unserer Unterkunft in Jinja, der mit 100 000 Einwohnern zweitgrößten Stadt Ugandas, begegneten wir zwei sehr netten Neuseeländerinnen auf Afrika- und Europareise. Mit ihnen zusammen machten wir gegen Abend eine Bootstour auf einem schmalen, hölzernen Boot über den Viktoriasee zur Nilquelle. Viel spektakulärer als diese, die nur durch ein Schild im Wasser gekennzeichnet ist und wo das Wasser Blasen schlägt, wenn der Nil aus dem See austritt, waren allerdings die Otter, Riesen-Echsen, Affen, riesigen Schwärme an Flughunden, Fischerboote und der wunderschöne Sonnenuntergang. Als wir danach zurückspazierten, bekamen wir entlang der Palmenpromenade am Nil einen Eindruck von dem, wie wichtig und glanzvoll Jinja während der Kolonialzeit gewesen sein muss, denn überall standen z.T. heruntergekommene, z.T. modern renovierte Villen.

Am Sonntagmorgen, dem vierten Advent, war es sehr heiß, dennoch machten wir nochmal einen kleinen Stadtbummel, auf dem wir auf einen indischen Tempel und eine ganz hübsche Einkaufsstraße stießen. Mittags machten wir uns dann auf den Heimweg. Als wir abends zuhause ankamen, überraschten die Mädels hier uns mit einem leckeren Willkommensabendessen und ein paar Schluck unseres nun fertigen, selbstgebrauten Biers!

BERICHT VOM 6. FEBRUAR 2014

Weihnachten

Nun ist das neue Jahr auch schon über einen Monat alt und meine Zeit in Uganda ist nun schon zur Hälfte verstrichen. Trotzdem möchte ich den Feiertagen um Weihnachten herum widmen. Masaka ist ziemlich katholisch, daher haben sowohl Weihnachten als auch Silvester eine wichtige Bedeutung für die Menschen. Wenn man allerdings mit deutscher Weihnachtsstimmung rechnet, wird man enttäuscht. Allein die klimatischen Bedinungen lassen das nicht zu. Und das Weihnachtsfest besteht für die Menschen hauptsächlich aus der kirchlichen Feier mit vielen Gottesdiensten und Familientreffen, bei denen viel gegessen, getrommelt und getanzt wird. Für mich und die anderen Deutschen, mit denen ich zusammen wohne, war aber klar, dass wir auch in ein immer grünes, über Weihnachten ganz besonders vom warmen Sonnenschein erfülltes Land ein bisschen deutsche Weihnachtsstimmung bringen wollten. Also backten wir mit den Mädels, die über die Ferien da geblieben waren, Plätzchen – deutsche Plätzchen mit Uganda Flavour, wobei wir manchmal mangels diverser Weihnachtszutaten ziemlich improvisieren mussten, also Erdnüsse stadt Mandeln, Puderzucker selbstgestampft, auch Maismehlplätzchen wurden kreirt –, bastelten Weihnachtssterne und ließen tagein-tagaus deutsche und englische Weihnachtslieder laufen, die nach der dritten Dauerschleife auch schon alle mitsummten. Es war zwar ein bisschen schräg, bei 35°C und strahlendem Sonnenschein "Leise rieselt der Schnee" und "Jingle Bells" zu hören, aber es ist uns ganz gut gelungen, so das Transi mit weihnachtlicher Atmosphäre zu füllen! Am Abend des 24. Dezembers gingen wir dann in die Nachtmesse. Um Mitternacht waren wir dann wieder zuhause und alle, die nicht mit in der Messe gewesen waren (es muss immer jemand zuhause bleiben, da es wohl Leute gibt, die es ausnutzen, wenn zu derartigen Gelegenheiten sicher niemand da ist...), kamen aus ihren Betten, fielen uns in die Arme und man wünschte sich gegenseitig frohe Weihnachten. Denn der 25. ist der eigentliche Festtag für die Ugander. Am Morgen bereiteten einmal wir (und nicht die Mädels) das Frühstück für alle vor – es gab Pudding und Schokolade (was ich noch aus Deutschland dabei hatte), selbstgebackene Plätzchen, Ananas und Bananen! Danach trafen wir noch ein paar Vorbereitungen und machten uns dann auf den Weg zu Anne. Als wir bei ihr mit noch einigen anderen Bekannten und Freunden saßen, lecker aßen, uns über deutsche Weihnachtstraditionen austauschten (die sie ja kennt, da sie in Deutschland studiert hat), Tänze aufgeführt wurden, im Hintergrund eine deutsch anmutende Krippe, war es ein wenig, wie bei den eigenen Großeltern zu sitzen und Weihnachten zu feiern.

Silvester

Silvester spielt für die meisten Menschen hauptsächlich auf religiös-besinnliche Weise eine Rolle, ist eine Gelegenheit, ausgiebig Gottesdienst zu feiern, das alte Jahr zu reflektieren, Gebete für das neue auszusprechen. Und für die jüngere Generation ist es natürlich – wie überall – ein Anlass, die örtlichen Feiermöglichkeiten auszureizen. Ich war mit zwei deutschen Freunden und ein paar ugandischen Bekannten im Golf Lane Hotel – eines der ziemlich schicken, aber meist leeren Hotels in Masaka, von denen vielleicht gerade mal die Bar regelmäßig Andrang findet. An Silvester allerdings war viel los, man hatte eine wunderbare Sicht über Masaka und Nyendo und um Mitternacht sollte es ein Feuerwerk geben. Um zwanzig vor zwölf beschlossen Eva und ich, dass das doch jetzt mal ein Anlass sei, einen schönen Cocktail zu trinken. Das ist hier in Uganda nämlich sehr unüblich und nirgends konnten wir das bisher finden. Hier hatten wir allerdings Hoffnung und fragten an der Bar nach – ernteten aber nur ratlose Blicke. Nicht mal Saft hatten sie da. Aber so schnell wollten wir nicht aufgeben. Also sind wir rüber zum Restaurant, haben uns einen Saft gekauft und diesen dann an der Bar dann mit Alkohol verfeinert. Um 23.58h war unser selbstgebastelter Cocktail fertig – und gerade rechtzeitig zum Feuerwerk standen wir wieder draußen. Das war auch gut so, denn ansonsten hätten wir es womöglich verpasst. Ein paar wenige, wundervolle Minuten war der Himmel übersät von Feuerwerkssternen und bunt leuchtendem Funkenregen.

Krankenhaus

Zu Beginn des neuen Jahres bot sich uns allen die Gelegenheit, ein paar interessante Krankenhauserfahrungen zu sammeln. Alisa und Rebecca (die am 30. Dezember aber wieder nach Deutschland geflogen war) hatten einen Bodaunfall gehabt. Uns war immer bewusst gewesen, dass Bodafahren ein gewisses Risiko birgt, dass es durchaus Fahrer gibt, die noch nicht das zarte Alter von 16 Jahren überschritten oder schon einiges an Alkohol oder anderen Drogen intus haben. Aber man kann es eben nicht umgehen und im Normalfall ist das auch kein Problem, man kann sich seine Fahrer ja fast immer aussuchen und wenn jemand schon in Schlangenlinien angefahren kommt, wartet man eben auf den nächsten. Jetzt war es aber doch passiert und Alisas rechtes Bein war an der Wade und am Fuß ziemlich verbrannt. Wir waren auch gleich am Anfang im Krankenhaus gewesen, aber der Arzt dort hat nichts gemacht. Ihm erschien ihre Verbrennung wohl im Vergleich zu anderen Verletzungen wohl lächerlich und schrieb ihr nur den Namen einer Creme af (ohne zu sagen, wie sie diese anwenden solle). Aber als es nach 10 Tagen noch kein bisschen besser geworden war, ließ sie sich nach dieser frustrierenden Krankenhauserfahrung doch nochmal dazu überreden, dem Kitovu Hospital eine zweite Chance zu geben. Jemand organisierte uns eine irischer Ärztin, die sie gleich mal für drei Tage einwies. So deprimierend das auch gewesen sein muss, es war an sich gut. Denn jetzt wurden Bein und Fuß endlich mal anständig gereinigt, desinfiziert und verbunden und sie kam nicht in die Versuchung, sich zu viel zu bewegen, außerdem bekam sie von der irischen Ärztin Krücken. Wir konnten uns allerdings glücklich schätzen, als Weiße in eine Art VIP-Zimmer einquartiert worden zu sein. Denn in ugandischen Krankenhäusern ist es üblich, dass der Patient, bzw. die Familie des Patienten, alles selbst mitbringt – Bettwäsche, Waschschüssel, Essen, Feuerholz, Wasser zum Waschen und Duschen, z.T. sogar die Matratze. Wenn einer ins Krankenhaus muss, ist die ganze Familie mit eingespannt, kocht, wäscht, putzt, leistet Gesellschaft, viele schlafen sogar auf einfachen Matten neben dem Bett des Patienten. Wir hätten vermutlich sogar Essen bekommen (gegen Bezahlung), wurden aber von allen möglichen Leuten, größtenteils vom Transi, total süß mit allem versorgt. Auf der anderen Seite genossen wir es sehr, ein eigenes Bad am Zimmer, überhaupt ein Einzelzimmer zuhaben (wo nicht das Licht die ganze Nacht leuchtet) zu haben, Bettwäsche, Kissen und Moskitonetz gestellt zu bekommen und netterweise putze sogar jemand das Bad, als wir darauf ein paar Blutspritzer entdeckten. Und das so liebevoll und zeitaufwändig, dass er Alisas offene Wunde lange an der schmerzhaften Luft warten ließ, anstatt sich erst darum zu kümmern. Während Alisa also drei Nächte dort übernachtete, kamen Eva und ich jeden Morgen um kurz vor sieben (mussten also um viertel vor sechs aufstehen), blieben bis etwa 23h und liefen dann durch die Dunkelheit zurück. Den Tag über verbrachten wir die meiste Zeit mit lesen, schlafen (zu dritt auf dem einen Bett, oder auf dem einen, ungepolsterten Stuhl), Karten spielen, auf Ärzte und Krankenschwestern warten, Besuch bekommen, viel reden, essen, Filme schauen. Wenn wir draußen auf einer Matte auf der Wiese lagen, hatte man fast das Gefühl, einen ziemlich entspannten Ferientag zu haben – wäre da nicht die Sache mit dem Bein gewesen.

Als sie dann zu unser aller Erleichterung entlassen war, zog sie das ganze noch recht lange hin, insgesamt hatte es wohl einen Monat gedauert, bis sie wieder schmerzfrei auftreten konnte. Inzwischen ist Laufen aber kein Problem mehr, man sieht es zwar immer noch, aber es ist längst nicht mehr so riesig und offen und verheilt jeden Tag mehr.

Streichaktion im Kindergarten

Als Eva und ich mal einen Tag relativ lange im Daycare Room im Adrian Kindergarten herumsaßen und warteten, kam uns die Idee, dort die Wände zu bemalen. Etwa einen Monat später, als die Kinder noch in den Ferien waren und wir es geschafft hatten, mit Spendengeldern aus Deutschland Farben und Pinsel zu organisieren, machten Eva, Nane und ich uns daran, den zuvor tristen, mit blassem rosa gestrichenen und über die Zeit beschmutzten Raum zuerst neu zu streichen und dann darauf zu malen. Es machte viel Spaß, auch wenn wir aus zeitlichen Gründen unsere motivischen Pläne ein bisschen herunterschrauben und unsere Fantasie zügeln mussten.

Keniareise

Mitte Februar fuhr ich nach Nairobi zum Zwischenseminar. In Kampala traf ich mich mit drei anderen Uganda-Freiwilligen und am nächsten Tag ging's pünktlich (!) um 6h mit dem Bus los. Ziemlich schnell erreichten wir die Grenze bei Busia und passierten ohne Probleme. Das Ganze zog sich allerdings dennoch eine Stunde hin, denn zuerst musste man ja per Stempel die Ausreise aus Uganda bescheinigt bekommen, dann auf kenianischer Seite Einreiseformulare ausfüllen und das Visum in den Pass bekommen. Bei uns wäre es sicher aufgefallen, wenn wir diesen ganzen Prozess übersprungen hätten, aber ein Afrikaner hätte auch einfach unbemerkt über die Grenze, die man nicht mal ausmachen konnte, sie muss irgendwo zwischen dem ugandischen und dem kenianischen Immigration Office liegen, spazieren können.

Der Tag ging ziemlich schnell vorbei, da ich total fasziniert von der Landschaft war und den Rest der Zeit, wenn ich nicht gerade gebannt aus dem Fenster starrte, schlief oder döste. Der Sonnenuntergang war zwar wunderschön, rief aber ganz schönes Nervenkitzel bei mir hervor. Denn seit um Weihnachten herum einige Unfälle passiert waren, hat die kenianische Regierung alle öffentlichen Fahrzeuge mit einem Nachtfahrverbot belegt. Zum Glück setzt das nicht strikt mit Einbruch der Dunkelheit ein, wer kurz vorm Ziel ist, darf durchaus noch ankommen und muss nicht im Bus übernachten. So errichten wir noch Nairobi nach 14-stündiger Fahrt. Wir hatten den Namen des Konvents, zu dem wir mussten, nur auf einem Zettel stehen, den wir den heranstürmenden Taxifahrern unter die Nase hielten. Trotz Verhandlungen machten wir erstmals die Erfahrung, dass Kenia wesentlich teurer als Uganda ist. Teuer machten die ganze Fahrt aber vor allem die Polizisten, die uns plötzlich herauswinkten. Ganz nach ugandischer Gewohnheit waren wir natürlich nicht angeschnallt (auch der Fahrer nicht) und so forderte der Polizist von uns ganz ohne Umschweife Bestechungsgeld (obwohl etwa zwei Stunden vor Nairobi groß die „Corruption Free Zone“ angekündigt worden war!). Vollkommen erschöpft von der langen Fahrt und dem Verkehr in Nairobi ließen wir uns dazu breitschlagen, nur um endlich gegen 21h den Konvent im angenehm ruhigen, grünen Stadtteil Karen zu erreichen. Dort bekamen wir sogar noch etwas zu Essen und fielen totmüde in unsere gemütlichen Betten in luxuriösen, gemütlichen Zimmern. Zum ersten Mal seit fünf Monaten schlief ich ohne Moskitonetz.

Die nächsten fünf Tage waren gefüllt mit vielen intensiven, interessanten, anregenden Gesprächen in unserer kleinen, netten Gruppe aus 6 Teilnehmern und zwei bzw. drei Leitern, in denen wir Erfahrungen austauschten, uns gegenseitig Ratschläge gaben und überhaupt viel Spaß zusammen hatten. Außerdem durften wir einen Gottesdienst und äußerst eindrucksvolle Gespräche mit einer selbstorganisierten Jugendgruppe im Slum Korogocho miterleben, einer Vorführung traditioneller Tänze beiwohnen, durch nachgebaute traditionelle Dörfer in einem hübschen Wäldchen spazieren, seit Monaten einmal wieder deutschen Grund und Boden betreten (in der Botschaft hatten wir ein sehr interessantes, langes Gespräch mit einem der Mitarbeiter und schnupperten ein wenig deutsches Flair), waren zusammen italienisch essen und backten mit viel Aufwand einen Geburtstagskuchen für einen der Freiwilligen.

Nach dem Seminar nutzten wir fünf Uganda-Freiwilligen noch die Chance, einmal in Kenia zu sein und reisten nach Mombasa an die Küste. Dort hatten wir dreieinhalb sehr schöne Tage am Strand, in der richtigen Altstadt (die Mombasa zu unser aller Erstaunen hat!) und in diversen Supermärkten und Märkten, wo wir sowohl fremdartige und exotische Früchte (Tamarinde, Jambula, Kokosnüsse, Affenbrotbaumsnacks) als auch schon halb vergessene Produkte (Milka und Lindt Schokolade, Vollkornbrot und Naturjoghurt) bestaunten. Von Mombasa aus fuhren wir dreizehn Stunden mit dem Bus nach Eldoret, wo wir den einzigen Kenia-Freiwilligen unseres Seminars besuchten. Er wohnt und arbeitet dort in einem Seminary, einer Secondary Schoo für Jungsl, wo er Deutsch unterrichtet. Es war sehr interessant, das ein paar Tage mitzuerleben – das Niveau seiner kleinen Deutschklassen ist echt beneidenswert. Aber wenn wir spazieren gingen, hatte man an einer Stelle eine ganz gute Sicht auf den Mount Elgon – der auf der Grenze zu Uganda liegt und das rief dann doch ein wenig Sehnsucht nach zuhause in mir auf. So freute ich mich dann auch, nach über zwei wunderschönen Wochen wieder in meinem eigenen Bettchen zu schlafen, vertraute Gesichter zu sehen und jetzt mitzuerleben, wie im Transi mit dem Schulanfang allmählich wieder das gewohnte Leben und Treiben einkehrt.