Corona Epidemie in Uganda - Auszüge aus einem Tagebuch

Emmanuel Musoke, unser Freund und Projektpartner, der Leiter des Kinderheims Kamukongo und Gründer des Schulzentrums in Kitamba, mit dem Verein Our Children And Our Future, hat uns regelmäßig über die Lage in Uganda informiert. Hier ein 'kleiner Auszug' aus seinen Berichten:

Fr, 27.03.2020
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Man weiss  nicht genau , wie dieses Virus  zu uns angekommen ist. Jedenfalls sind fast alle Grenzen nun zu, nur wenige Flieger haben die Erlaubnis in Entebbe zu landen, und seit gestern  als Sicherheitsmassnahme duerfen nur 3 Menschen/Passagiere im Auto sitzen ( das heisst das “Taxi-Geschaeft”hat Schluss  machen muessen , auch auf dem “Boda/Bodas”(Motorrad Taxi) duerfen nur Waren (Gueter) transportiert werden ( also keine Menschen mehr!)
Viele Geschaeften sind schon  zu und die Menschen sind zuhause ( auch die Kirchen, Moscheen usw…) sind schon lange  geschlossen.
Vor ca. einer Woche mussten die Schulen, Unis, Diskotheks , Messen und Veranstalltungen geschlossen werden/zu machen , wir haben deshalb einiges zu organisieren gehabt, deshalb war es uns nicht moeglich, Euch eine MAIL zu schreiben.
Wir versuchen im Kinderheim  die Sauberkeit/ Hygiene   erste  Stufe“first Class” zu behalten, was nicht so einfach ist bei so vielen kleinen Kindern, aber  zum Glueck die grossen  Geschwistern (Maedchen und Jungen ) oder die so gennanten“Baabas” helfen gerne mit, damit wir  viel wie moeglich den Eintritt dieses  schlimmeren Viruses ins Kinderheim vermeiden koennen! (Uebrigens  wir haben  zur Zeit eine Freiwillige im Heim  Namens Janice Velten, und sie hilft  bei allen  den verschiedenen Aufgaben auch gerne  und tuechtig mit).
Das Leben im Alltag ist sehr eingeschraenkt in diesen Tagen und Wochen der Corona- Pandemie, es ist nicht mehr selbstverstaendlich, wir machen uns schon etwas Sorge, wie das Leben in der Zukunft aussehen wird, wenn die Lage weiterhin so bleibt, und  koennen nur beten, dass, wenn das Virus doch uns erreicht, dass alle  unsere infizierten (vor allem unser Kinder-Patienten mit AIDS so wie die aelteren Menschen) keinen schweren Verlauf der Erkrankung haben und bald wieder gesund werden, das ist unser taegliches Gebet!
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Mi, 08.04.2020
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Der   Verkehr in Bussen und privaten Autos  ist bei uns untergesagt ist,deshalb  bleiben viele Menschen zuhause . Auch Markten / Supermarkte und Laeden, die sich  nicht an  die neuen Gesetze/ Vorschriften anhalten ,werden  sofort geschlossen. Es werden zur Zeit fast nur Boda-bodas (Motorrad  Taxis),LKWs und PKWs  gefahren, um Waren/Gueter zu transportieren. In Nnyendo und in Masaka ist  zur Zeit wenig los , viele Menschen bleiben zuhause aber machen sich schon viel Sorge, und  es sind mehrere Familien/Menschen  aus Kampala wieder heimgekehrt ,denn viele  wissen nicht ,wie es mit ihren kleinen Geschaeften weiter geht, wenn die “Corona Virus”Welle vorbei ist, es sind viele Menschen ,die sich Kredit aufgenommen haben um neue Geschaefte aufzumachen, nun bleibt alles ungewiss, ob solche Kredite  sich zurueck bezahlen lassen, so etwas wird kaum moeglich sein, denn  die Ugandische Staat scheint nicht in der Lage zu sein diese  Krise zu ueberbruecken, sie verlangt fuer mehr Steuer/Zoll.
Gestern kam es im Radio, dass Benzin bald teuerer wird, (anscheinend , weil der Staat mehr Geld  braucht um die Schulden  bei China und anderen Laendern) zurueck zu bezahlen. Fast alle Geschaefte in Uganda sind  im Still  wegen “Lock-up” oder Quarantaene, die Zeiten sind ungewiss und Bewegungen immer noch angestraenkt,fast alles ist eingeschlafen.
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Mo, 27.04.2020
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Vorkurzem bekamen wir die  schlechte Nachricht, dass parallel zu der Bedrohung durch das Corona-Virus auch neue grosse Heuschreckenschwaerme unser Land , die Felder und damit die Ernaehrung von Menschen und Tieren bedrohen. Uebrigens, das sind keine normale Heuschrecken ( die man in Uganda geniessen/essen kann) sondern Heuschrecken, die ziemlich groesser und giftig sind und einen  krank machen koennte ( nach dem geniessen/essen).
Gott sei Dank , hat der Ugandische Staat die Plage mit ausgespruehtem Gift bekaempft und momentan  scheint das Problem von Heuschreckenschwaerme geloest zu sein, wir freuen uns,dass diese gefaehrlichen Heuschreckenschwaerme rechtzeit an der Grenze zu Kenia  bekaempft worden sind, damit sie zu den grossen “Corona-Virus Problemen”  NICHT zaehlen muessten.
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Bei uns ist die Situation so, dass neben den  kleinen Lebensmittelgeschaeften/Maerkten (wie Nnyendo) nur Gesundheitseinrichtungen/Drogeriemaerkte  fuer Menschen , Tiere und Pflanzen oeffnen duerfen. Wir sind streng  empfohlen immer zuhause zu bleiben und wir versuchen Kontakte mit anderen zu vermeiden, ein Wasserbehaelter/ Kanister  und Seife steht am Tor  unseres Heims zum Haendwaschen. Die Schulen, Universitaeten und Kindergaerten sind immer noch geschlossen, keine Taxis,Buse und Privat Autos duerfen  fahren ohne Erlaubnis vom Staat( durch Oberbuergermeister). Wie es dann weitergeht wird am 05-05-2020 entschieden. Viele Menschen, die die  kleinen  und grossen  Geschaeften betrieben haben( vor allem in kleinen  Staedten um  Kampala, Entebbe, Jjinja , Masaka ,Lukaya usw…), koennen nicht mehr verdienen und ihre Zukunft steht im Nebel, sie werden nun vom Staat mit etwas Maismehl und Bohnen versorgt, jeder bekommt 3 Kg Maismehl und 3 Kg Bohnen und sie muessen davon fuer die ganze “Lock Down” Zeit lang  leben ( aber wie lange? bleibt die Frage), viele Menschen muessen sich gedulden, bis diese Nahrung sie erreicht, aber 80% der Bevoelkerung, die diese Nahrung bekommen sollte, ist bis jetzt noch nicht erreicht worden und die jenigen, die Nahrung vor ca 2 Wochen bekamen schreien  schon wieder um Hilfe, dass ihre Nahrung schon ausgelaufen/ aufgebraucht  ist, da ist der Staat nun in Dilemma, denn viele Menschen koennten schneller  verhungern, wenn die Staat die “ Lock down Zeit” nicht bald  aufbricht.
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Do, 14.05.2020
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Fuer viele Menschen  bei uns wird die Situation schwerer,denn sie haben nicht mehr genug zu essen, das Versprechen vom Staat, dass es Maismehl und Bohnen ( unter dem Volk) verteilt wird, damit die Menschen nicht verhungern ist nur bei wenigen Menschen erfuellt worden, und viele Menschen haben nicht von diesem Versprechen profitiert. Uns scheint es zu sein , dass der Staat in wenigen Wochen  den “Lock Down” abrufen wird, damit die Menschen,die  kleine Geschaefte  haben wieder oeffnen um  nicht verhungern zu  mussen. Der Preis von Lebensmittel  und von anderen Waren ist gestiegen. Viele Eltern machen sich schon eine grosse Sorge, ob sie “nach Corona” in der Lage sein warden ihre Kinder zurueck zu Schule zu schicken wegen Schulgeld.
Wir haben mehr Regen in dieser Regenzeit gehabt als sonst, dadurch ist nun der Wasserspiegel von Viktoria See gestiegen, Menschen die ihre Haeuser, Gaertene und kleine Geschaefte am Strand hatten, haben ihre Wohnungen verlassen muessen wegen Ueberschwemmungen nun wollen wir hoffen und fest beten, dass der Regen nach der noetigen Regenzeit nachlaesst.
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Mi, 03.06.2020
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Viele Menschen muessen sich einen anderen Job suchen ( was nicht einfach ist), man merkt zur Zeit , dass es mehr Menschen auf Dorf gibt, die  als Baurer/Farmers sich beschaeftigen wollen/angefangen haben. Viele Menschen, die kleine Geschaefte in Kampala hatten, koennen die Miete nicht mehr bezahlen und muessen   mit ihren Geschaeften aufhoeren, weil die Vermieter (Land lords) ihre Waren konfisziert /abgenommen haben (als Entschaedigung), fuer viele Menschen ist die Geschaeftslage schon schwieriger geworden, das gilt auch fuer andere Staedte wie Masaka, Jjinja, Mbarara usw…. Man merkt aber , dass es Not auf dem Dorf auch gibt, denn die Menschen brauchen Lebensmittel, wie Seife, Salz, Zucker usw… dazu kommt die Krankheiten wie Malaria, Husten und andere Kinderkrankheiten wozu die armen  Familien Behandlungskosten brauchen aber zum Teil nicht bezahlen koennen.
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Mi, 17.06.2020
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Viele Menschen sind in einer “unsicheren Situation”, das Land ist fast 3 Monaten im “Stillstand” gewesen und das hat viel mit sich gebracht. Jetzt machen manche kleine Geschaefte langsam wieder auf, allerdings in ganz unterschiedlicher Weise- je nachdem, was der  jeweilige Laden leisten kann, manche Geschaefte/Laeden muessen zumachen, weil ihre Produkte ( Haut-Kreme, Shampoo also Waren mit Milch-Produkte  usw…  kaputt  gingen und  bei manchen Geschaeftsleuten  wurden   die  Waren wie  Kleiderstoff  und Schuhe  von Mäusen kaputt gemacht) waehrend der “Lock down” Zeit.
Manche Vermieter (Land lord) verlangen fuer Miete von den Mietern und wollen die  Laeden erst aufmachen, wenn die Mieter voll bezahlt hat/haben . Manche Geschaeftsleute natuerlich haben sich gefreut, dass sie wieder aufmachen koennen, aber es kommen nicht genuegend Kunden, man muss nicht vergessen, dass es viele Menschen gibt, die sich Kredit vor der Corona Zeit aufgenommen hatten, also muessen diese Loehne/Schulden zurueckbezahlt werden,  da muessen die Menschen/Kunden auf einiges verzichten um besser sparen zu koennen /Schulden zu finanzieren.
Als ob das genug waere  will der Staat, dass die Menschen das  “2020/2021 Haushaltsplan/Budget” durch  Steuer Erhoehung  finanzieren.  Eine ziemlich grosse Inflation ist also  ab Mitte Juli 2020 zu erwarten.
Viele Menschen  sind wirklich aermer geworden und brauchen mehr Lebensmittel wie Seife, Salz, Zucker, Bohnen, Mais usw....

Ihr Lieben, wir sind deshalb  Euch und allen anderen Wohltaeterinnen sehr dankbar fuer die Hilfe, die Ihr fuer die Menschen in Uganda leistet
Man merkt , dass es mehr Menschen von Stadt  wieder aufs Land zurueckkehren( Menschen, die keine Zukunft/Hoffnung in Stadt sehen), diese Menschen wollen nun  in Agra investieren nach dem Motto :

“Wer weiss was die Zukunft bringt”.

Zum Schluss  wollen  wir sehr hoffen, dass Euch sowie uns ,Corona  nicht erreicht und ,dass der Herrgott seine schuetzende Hand ueber uns  alle haelt.

Emmanuel, Maria Goretti mit allen Kindern und Team

EINE-Welt-Gottesdienst - Aktion Hoffnung - Altkleidersammlung

Der EINE-Weltgottesdienst, der im Frühjahr immer am Misereor-Sonntag (29.03.2020) gefeiert wird, wurde um eine Woche vorverlegt, auf den Sonntag 22. März um 9:30 Uhr.

Am Samstag, den 28. März findet von die Altkleidersammlung der 'Aktion Hoffnung' statt. Kleiderabgabe ist am Parkplatz hinter dem Pfarrbüro ab 9:30 Uhr bis 12:30 Uhr

Projektstatus: Erneuerbare Energieen und Internet für das Weiterbildungszentrum Kitamba/Uganda

Januar 2019:
Die Beschaffung der Solarpanels und Zubehör in Uganda ist angelaufen.
Der Standort der Anlage und des Technikraums in Kitamba ist festgelegt.
Die Beschaffung der Steuerkomponenten und Batterien in Deutschland ist noch im Gange.

April 2019:
Das Projekt bzw. unsere Gemeinde wurde von der Landesstiftung SEZ und vom Staatsministerium des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet.

Juni 2019:
Die Installationsarbeiten in Kitamba beginnen. Es wird ein autonomes Stromnetz aufgebaut.Die gebäude werden über ein Freileitungsnetz verbunden.
60 Panels a 270 W speisen ein 3 x 5KW 3-Pasen-Stromnetz, das durch 20 KWh Batteriekapazität auch nachts und an trüben Tagen (Regenzeit) aufrecht erhalten wird.

August 2019:
Wir kommen nach Uganda, um die Installation der Steuergeräte und Batterien, die aus Deutschland per Schiff und LKW transportiert wurden, zu begleiten. Leider kommen die Komponenten zu spät, so dass wir nur die Installation des Internets vorbereiten konnten.

September 2019:
Ende September 2019 kann mit der Installation der Steuerkomponenten und Batterien begonnen werden.
Das Internet wird eingerichtet.

Oktober 2019
Mitte Oktober 2019 kann die Anlage das erste Mal Strom erzeugen, hat aber noch 'Startschwierigkeiten'.

Diözese Masaka - neuer Bischof

Bischof Kaggwa, den wir schon mehr als 20 Jahre kennen, hat in diesem Jahr einen Nachfolger bekommen, Bischof Tjumba. Auch Ihn haben wir im August besucht und waren dann zum 75 jährigen Jubiläum unserer Partnergemeinde Lwaggulwe eingeladen.

Mother House - Hühnerhaus

Das Halten von Rindern im Mother House wurde zu aufwändig, so dass man die Rinder verkauft hat und dafür ein 'Hühner-Projekt' begonnen hatte.

Dazu wurde hinter dem Mother House ein Stück des Grundstückes mit einer Mauer umgeben und ein Hühnerhaus gebaut. Die Arbeiten sind weit fortgeschritten und es wird ein junger Mann für die Hühnerzucht ausgebildet, der danach die Hühnerzucht und den Verkauf der Eier und Hühner übernimmt.

Mother House - Vereinsgründung

Das Mother House ist seit 4. März 2019 als ANNE NAMUDDU MOTHER HOUSE 'COMPANY LIMITED BY GUARANTEE AND
NOT HAVING A SHARE CAPITAL' eingetragen. Es ist der ugandische Weg, eine NichtRegierungsOrganistaion (NRO) zu gründen.

Trauer um unsere Freundin Frau Anne Namuddu

Unsere liebe und langjährige Freundin und Projektpartnerin Frau Anne Namuddu ist am Mittwoch, den 6. Februar 2019, im Alter von 88 Jahren gestorben. Am Donnerstag war die Trauerfeier in der Kathedrale von Masaka und am Freitag den 10. Februar, wurde sie in ihrem Heimatort Lwaggulwe beerdigt.

Über die Diözese Masaka, Bischof Ddungu, wurde Anne 1964 zum Studium der Sozialarbeit an die Soziale Frauenschule des Deutschen Caritasverbandes nach Freiburg gesandt. Im März 1967 hatte sie ihr Studium mit dem Staatsexamen abgeschlossen. In Ihrer Studienzeit kam sie auch in unsere Gemeinde Mariä Himmelfahrt. Sie absolvierte ein Praktikum in der Bewährungshilfe in Reutlingen. Reutlinger Freunde der Familie Heisig brachten Anne eines Sonntags mit ins Hoffeld. So entstand eine jahrzehntelange Freundschaft, die durch einen Besuch von Angela und Peter Heisig mit dem Auto in Uganda, im Jahr 1982/83, vertieft wurde.

In Uganda arbeitete Anne mehrere Jahre als Schulleiterin und anschließend als Sozialarbeiterin. Durch den Bürgerkrieg im Jahr 1979/80, vor allem aber durch die zu dieser Zeit stark ansteigende HIV-Infektionsrate (AIDS), kam großes Leid über Uganda. In dieser Zeit gab es, allein in der Diözese Masaka, über 40 000 AIDS-Waisen. Daher hatte Anne 1980 angefangen, ein eigenes Waisenhaus aufzubauen. Das "Mother House". Es wurde und wird mit Spenden aus Deutschland finanziert. Es ist auch zum Projekt in unserer Gemeinde geworden.
Durch gegenseitige Besuche wurde die Freundschaft zu unserer Gemeinde und auch zu den Menschen in der Diözese Masaka/Uganda vertieft.

Ihr ganzes Leben war dem Wohl junger Menschen gewidmet. Als Kind kämpfte sie darum, in die Schule gehen zu können, denn Ihre Eltern waren sehr arm. Diesen ‚Kampf‘ setzte sie als erwachsene Frau fort, da allerdings, für die ärmsten der armen Kinder. Dass auch sie zur Schule gehen konnten. Sie hat damit viel für die Menschen in ihrem Land erreicht.
Wir sind sehr dankbar, dass wir ihr begegnet sind. Sie war für viele Vorbild in der Umsetzung ihres Lebenswerks. Vor allem für die jungen Menschen war sie Hoffnung und Sinnbild für Frieden und das Gute in der Welt.

In ihrem Sinne werden wir weiter 'kämpfen' und ihr Erbe weiterhin unterstützen.
Wir alle werden sie im Gebet und in Gedanken in guter Erinnerung behalten.